Tossa, den 26. April 2010
 
Sehr geehrter Herr Stephanow,
hiermit erlaube ich mir, mich direkt an Sie zu wenden.  In dem Augenblick, da ETN aufgehört hat, uns weiter mit Geldspenden zu unterstützen, hat uns Frau Susanne Haselhorst unter anderem vorgeschlagen, den ETN Tierarzt jeden Montag zu uns ins Tierheim zu schicken. Dafür sind wir unendlich dankbar, aber das ist nicht notwendig, denn hier brauchen wir keine Sterilisationen durchzuführen, weil unsere Bedingung für die Annahme von neuen Tieren ist, dass sie schon sterilisiert sein müssen.  Unsere Tiere aber warten nicht auf den Montag, um krank zu werden, sie werden leider zu unterschiedlichen Zeiten krank, und deshalb müssen wir den Tierarzt José und diese Art der Hilfe für unser Tierheim leider zurückweisen.
 
Ich glaube, dass Frau Susanne Haselhorst irgendwie nach mehr sucht, als unserem Tierschutzverein zu helfen, denn alle ihre Vorschläge sind bei uns hier einfach unmachbar. Trotz meiner entsprechenden Erklärungen besteht sie darauf, alles weiter so zu machen, aber das kann ich nicht zulassen.  Es scheint, als wolle sie uns, die wir unseren Tierschutzverein seit 25 Jahren fuehren, beizubringen versuchen, was wir zu tun haben.
Mit Ihrer Hilfe ging natürlich alles viel besser, aber jetzt, ohne Ihre Unterstützung, werden wir eben so gut wie nur irgend möglich weiterarbeiten.  Wenn Sie uns mit Futter helfen wollen, so nehmen wir es natürlich gern an, wie jede sonstige Hilfen, und jetzt brauchen wir mehr Hilfe als je zuvor.  Ab jetzt können wir für unser Heim nur noch eine Teilzeithilfe, ein paar Stunden wöchentlich,  bezahlen.  Damit bleiben nur noch meine Frau und ich für das Heim übrig, und ich komme ebenfalls auf die Arbeitslosenliste und kann dann wohl weiter nicht mehr meine entsprechenden Abgaben bezahlen.
 
Frau Susanne Haselhorst besteht darauf, dass die uns von Ihnen gewährte Unterstützung nur für die Tiere bestimmt war, nicht für Menschen.  Wie Sie aus unseren Abrechnungen ersehen konnten, war auch der Grossteil für die Tiere bestimmt, für Futter, Tierarztkosten und Medikamente, ich habe alles einfach nur verwaltet und wohl doch nicht so schlecht, deshalb beweisen wir Frau Haselhorst ebenfalls zurück.
 
Um das Tierheim zu übernehmen,  haben meine Frau und ich unsere Stellen aufgegeben, ich habe damals (vor 11 Jahren) umgerechnet pro Monat an die 1.800 Euro verdient, das wäre jetzt sicherlich viel mehr.  Ich möchte Ihnen das nur erklären, dass Sie sehen, dass wir alles für das Heim aufgegeben und uns aufgeopfert haben.  Wir haben niemals einen Tag Urlaub gehabt und haben nicht einmal einen eigenen Wagen, dafür aber haben wir 400 Tiere, die uns innig lieben,  und für sie wollen wir weiter arbeiten wie jetzt, ohne dass uns jemand Ratschläge gibt, wie wir das Heim zu führen und die Tiere zu behandeln haben.
 
Ich habe mit mehreren Vorstandmitgliedern gesprochen,  und wir alle sind der Meinung dass, solange es unser Heim ist, wir weder Frau Haselhorst noch den Tierarzt José hier haben moechten.
 
Es tut mir unendlich leid, dass unsere Mitarbeit endet, doch unsere Dankbarkeit Ihnen gegenüber ist grenzenlos, wir freuen uns auch, dass ETN den Tieren in Osteuropa hilft.
 
Hochachtungsvoll
 
Miguel A. Cruz (Michel) Präsident