Reisebericht nach APAP Tossa vom 30.05.05 – 09.06.05

 

Nach einem Jahr besuchte ich endlich wieder das Tierheim APAP in Tossa de Mar, Spanien.
Ich freute mich sehr auf die Hunde, die ich leider schon von meinem letzten Urlaub her kannte und die vielen neuen Hunde die wieder dazugekommen waren.
Wir haben zur Zeit eine eigene Hündin und zwei Pflegehündinnen von APAP und bestimmt werde ich den Rückflug wieder mit einem weiteren Pflegehund im „Gepäck“ starten.
Endlich in Barcelona angekommen ging es mit Zug und Bus nach Tossa und Mitchel Cruz ( Tierheimleiter / 1. Vorsitzender von APAP ) holte mich dann an der Busstation ab.
Jetzt ging es los. Ich, die kein Spanisch sprach, musste anfangen mich mit den paar Wörtern zurecht zu finden und die Sprache mit den Gesten und Händen begann.
Die Freude des Besuches war auf beiden Seiten groß. Ich konnte bei Mitchel und Isabell direkt im Tierheim wohnen und freute mich auf Urlaub in Tossa im sonnigen Mai und ab und an mal im Tierheim helfen.
Aber es kommt ja meist anders als man so denkt.

Am nächsten Morgen ging es direkt los. 9 halbwilde Katzenkinder von ca. 2 Mon. hatten entzündete Augen und mussten gesalbt werden. Für Isabel ein extremer Zeitaufwand und so natürlich die Anfrage an mich. Na klar, gern, wenn ich mich einbringen und helfen kann freut es mich.

Zwei geschlagene Stunden saß ich im Gehege um auf „Katzenfang“ zu gehen um alle Katzen zu kriegen ( unter Anbietung meiner Hände und Arme zum Zerkratzen, was leider zu gern angenommen wurde ) und zu salben. Und dann sahen sie sich auch alle noch so ähnlich in schwarz und schwarz-weiß. So hatte ich nun schon meine morgendliche Aufgabe für die nächsten Tage.
Später lief ich durch die Gehege um zu versuchen alle neuen Hunde und viele neue Katzen zu fotographieren für die Webseite. Auch das würde mich die nächsten Tage bestimmt noch ein „wenig“ beschäftigen, denn nicht jeder Hund ist der Meinung, dass er fotogen ist und so musste ich ca. 600 Fotos darauf verwetten.


Am Nachmittag ging es dann los mit einem Anruf aus der Perrera die 7 Welpen von ca. 3 Mon. bekommen hatten. Wir packten unsere Hundeboxen zusammen und gingen rüber zwecks Transfer zu uns.

7 süße quirlige freche kleine Wuselwelpen empfingen uns.

Jetzt mussten wir anfangen umzusetzen.

Die drei kleinen Mixwelpen Filou, Flic und Flac von ca. 2 – 3 Mon. setzten wir ins größere Gehege zu den etwa gleichaltrigen 3 Husky-Schäfi Welpen und den beiden Jagdhund Mixwelpen von ebenfalls ca. 4 Monaten.

Jetzt hatten wir die Welpenhütte für die „ 7 auf einen Streich “ frei.

Und so ging es in den nächsten 11 Tagen weiter.
Fast tägliches Umsetzen der Hunde weil es Neuzugänge gab.
Entweder mußten Fundhunde von der Straße ( einfach von den Menschen ausgesetzt ) abgeholt werden oder kleine Welpen und Mütter mit Welpen oder auch kleine Katzenbabys kamen in der Perrera an und wir holten sie zu uns rüber.
Solange im Tierheim nur den kleinste Platz vorhanden ist werden Tiere aufgenommen, damit z.B. Welpen überhaupt eine Chance zu Überleben haben.
Wenn kein eigenes Gehege für die Mutter mit Welpen frei war mussten wir versuchen andere Hunde in ein Gehege zu integrieren was auch meist gut klappte, da man seine „häufig“ schon langjährigen „Pappenheimer“ ja so kennt.
Und so war mein Tagesablauf schnell gefüllt mit Katzenwelpen salben, Welpen in der Welpenhütte versorgen ( was mir jeden Tag bei den Reinigungsarbeiten mehrmals den Schweiß auf die Stirn trieb ), photographieren, Welpis füttern und ca. 40-50 Katzen in den Gehegen füttern.
Zu guter Letzt durften natürlich die Schmuseeinheiten mit vielen der Hunde und Katzen auf keinen Fall fehlen.


Ihnen allen ist halt sehr sehr langweilig, denn einmal am Tag kommt Kim rein zum Füttern, zwei mal am Tag wird gesäubert und wenn sie „Glück“ haben, sind sie evtl. etwas krank und man kommt mehrmals am Tag zu ihnen um Medikamente mit leckerer Wurst zu verabreichen, der Tierarzt kommt und man wird vorgestellt oder es geschiet die nicht so gern erwünschte Zeckenkontrolle.
Wenn sich die Hunde in den Gehegen sehr gut verstehen wird ab und an auch mal gespielt, ansonsten bleibt nur auf Abwechslung zu warten, die da wäre den Katzen außerhalb der Gehege hinterherzuschauen und von der großen Freiheit und langen Spaziergängen bei einer lieben Familie zu träumen oder zu bellen oder heulen weil irgendein Hund anfängt und man ja mit einstimmen muß. Oder auch stundenlanges Dösen und Siesta halten vor Langeweile oder Wärme.

Ab und an kommt auch mal die Abwechslung in Form von Badetag wenn Besuch zum Helfen kommt und die Mitarbeiter mal 5 Min. mehr Zeit erübrigen können.

Oder auch das große Glück geschieht, dass einige Hunde / Katzen nach England oder Deutschland in eine bessere Zukunft reisen dürfen und dann hört das Gebelle und Geheule gar nicht mehr auf, denn man hat das Gefühl jeder ruft „ nimmt mich doch auch mit “ !!!

So vergingen die Tage im Fluge. Wollte ich meinen sonnigen Urlaub in Tossa am Stand genossen haben? Tja, die Hunde, Katzen und Mitarbeiter brauchten mich mehr und so hatte ich zwar wunderbares sonniges Wetter, liebe Menschen und einen regen Gestenaustausch und Lernen der spanischen Sprache, viel Freude und auch Tränen meinerseits und das Gefühl wirklich gebraucht worden zu sein aber vom erholsamen Urlaub im schönen Tossa weit gefehlt.
Es war sehr schwer unter den vielen lieben und tollen Hunden und Welpen sich den auszusuchen, der mit mir das Flugzeug besteigen durfte, aber das Los viel auf Filou und so durfte er aufgrund seines noch niedrigen Gewichtes sogar mit mir in der Kabine mitfliegen.
Der Abschied von Allem viel schwer und ich bewundere Isabell, Mitchel und Kim, die tagaus – tagein diese immense nervenaufreibende Arbeit so gern machen mit hunderten von Katzen ( wenn die Katzen kastriert sind dürfen sie aus den Gehegen raus und laufen frei im Grundstück oder die Wilden eher im angrenzenden Wald ) und zur Zeit ca. 170 Hunden. P.S.: als ich ankam hatten wir einen Stand von ca. 150 Hunden.
Wenn Sie der Tierschutzorganisation APAP Tossa helfen möchten in welcher Form auch immer, würden sich alle Menschen und Tiere sehr darüber freuen.