Reisebericht / Arbeitseinsatz im Tierheim APAP Tossa vom 12.01.06 bis 24.01.06

 

Dieses Mal möchte ich den spanischen Winter erleben und bin mal wieder für 13 Tage ins Tierheim zum Helfen und zum „ Foto shooting “ gekommen.
Meine Reise begann damit, dass ich nicht morgens um 11.00 Uhr von Berlin direkt nach Barcelona flog, sondern noch einem Zwischenstop in Palma de Mallorca machen durfte. Später in Barcelona stellte ich fest, dass im Bereich des Zugsystemes renoviert wurde und ich durfte vom Flughafen bis Blanes 3 mal umsteigen ( früher nur 1 mal ), dann ging es per Bus nach Llorret, umsteigen nach Tossa und gegen 20.00 Uhr kam ich endlich in Tossa an. Jetzt war ich aber ganz schön cansado „ müde/geschafft “.

 

 

 

 Im Gegensatz zum kalten Mecklenburg Vorpommern, wo ich bei morgens minus 2 Grad losgefahren bin, empfing mich Barcelona am Nachmittag mit Sonne und 16 Grad und am Abend in Tossa waren es noch 10 Grad. Nachts ist es aber zur Zeit kalt in Tossa mit ca.. 0 - 5 Grad. An manchen Morgenden haben wir Bodenfrost und die Wassernäpfe haben sogar eine Eisschicht. Trotz eines sehr guten Schlafsackes, der bis minus 20 Grad „ geeicht “ ist und tagsüber mind. immer 3 Pullover an, bin ich doch die meiste Zeit sehr am frösteln und wärme mich damit auf, mich immer mal kurz in die Sonne zu setzen, die tagsüber zum Glück manchmal scheint.

   
 

Ansonsten weht ein leicht kalter Wind und ab und zu regnet es mal etwas, vor allem nachts, sodass die Hunde es in ihren Zwingern „etwas“ matschig haben und ich es natürlich zu spüren bekomme, wenn ich sie besuche und sie mich freudig anspringend begrüssen.

An den Hunden geht die Kälte auch nicht spurlos vorrüber. Manche haben zur Zeit ihren Schnupfen so wie wir Menschen.

Da die meisten Spanier keine Heizung haben „klebe“ ich häufig vor dem Gaskatalytofen und freue mich schon jetzt auf die gute deutsche Zentralheizung.
 

                                         
Auch Isabel braucht mal 5 Minuten Tee-Pause in der Sonne Auch Miguel verlegt seine Arbeit in die Sonne.
 

Ich freue mich wieder hier zu sein und wie immer leider altbekannte aber auch viele neue Hunde- und Katzengesichter zu sehen. Einige der „ Langzeitinsassen “ haben in der Zwischenzeit auch ein schönes Zuhause in England gefunden und ich habe mich riesig für sie gefreut.

Die Tage vergehen für mich mit täglichen Arbeiten wie: morgendliches Spülen der Schüsseln des am Vortag verteilten Feuchtfutters in den Katzengehegen und in dem etwas abseits gelegenen Bereich, wo sich viele der scheuen Katzen aufhalten, Katzentrockenfutter in über 100 Schüsseln auffüllen, Mütter mit Welpen und den jungen Welpenwaisen Trockenfutter auffüllen und dann noch den ganzen Junghunden das Trockenfutter geben. Ums Säubern der Zwinger incl. Haufen entfernen „ drücke “ ich mich zur Zeit noch erfolgreich. Am Nachmittag gehts dann weiter mit Feuchtfutter zubereiten und verteilen für die gesamte Katzenmannschaft und für alle Mütter, Welpen und Junghunde. Späteres Spülen der über 50 Teller und Schüsseln allein für die freilebenden Katzen, die auf dem Hof zum Fressen kommen und die Hunde, die im Hof frei laufen nicht zu vergessen. Am Abend findet immer die Medikamentenrunde statt. Auch wird zwischendurch mal immer wieder eine Runde Wurmtabletten verteilt.

   

Natürlich darf das wichtigste für mich, das „ Knuddeln “ mit den Tieren nicht zu kurz kommen. Zwischendurch schnappe ich mir immer mal den Photoapparat um einige Hunde zu photographieren, was wie immer nicht so leicht ist, da sie natürlich mein Deutsches Kommando „ Sitz, Platz, Bleib “ nur belächeln und sowieso behaupten, sie würden es nicht verstehen, einfach auf Durchzug stellen ( denn schließlich haben sie ja noch keine Erziehung genossen :-)) und mich dann freudig mit ihren Matschpfoten anspringen, denn das ein Mensch mal Zeit für sie hat muß man ja gnadenlos ausnutzen. So wird aus meinem Fotoshooting selten etwas.

   

An einem Tag sind wir zur Perrera gegangen und haben zwei kleinere ältere Hündinnen geholt und eine Hündin, die aussieht, als sei sie tragend. Sie wohnt zur Zeit bei mir im Zimmer.

   

Das Welpengehege hat einen größeren Auslauf bekommen und die 6 zur Zeit dort wohnenden Welpen haben sich natürlich riesig gefreut mehr Platz zum Toben zu haben. Es wurde sofort Fangen gespielt, das zur Zeit noch vorhandene Unkraut, Gräser und Wurzeln wurde natürlich sofort vernichtet und ausgebuddelt und die hineingelegten Baumstämme mussten sich ebenfalls sofort den Welpenzähnen beugen.

   

Zwischendurch tanke ich immer mal wieder Sonne und wärme mich mit einem Kaffee auf, um mich dann zu den Hunden in den matschigen Gehegen zum Knuddeln und Toben zu wagen. Abends sehe ich dann immer aus „ wie durch den Schlamm gezogen “ und jeden Tag kann ich mir neue Kleidung anziehen.

Bei der vorraussichtlichen schwangeren Hündin wurde eine Schwangerschaft durchs Ultraschall festgestellt aber dabei wurden auch sofort gesundheitliche Probleme festgestellt, sodass sie höchstwahrscheinlich hier opperiert wird und nicht mit mir nach Deutschland kommen kann.

Da das Tierheim wieder sehr voll ist, können wir zur Zeit nur wenige Hunde aus der Perrera holen. Zur Zeit werden die Hündinnen wieder „heiß“, sodass wir häufig umsetzen müssen.

 
   

Jetzt im Winter scheint es ruhiger im Tierheim zu sein, da unter anderem keine Zeckenkontrollen- und Entfernungen nötig sind und aufgrund der Kälte auch keine Badetage möglich sind.
Tagsüber haben wir zur Zeit meistens wunderbaren Sonnenschein und viele Hunde liegen gemütlich in der Sonne und es ist schön, dass der Sandboden in den Gehegen mal wieder etwas trocknet.
Die Hunde warten schon auf ihre nächste Chance, nach Deutschland in ein schönes eigenes Zuhause reisen zu dürfen.

   
Vorige Tage hatten wir ja einige ältere und kranke Hunde aus der Perrera geholt, da leider bei ihnen die Gefahr besteht, dass sie als einer der Nächsten euthanasiert werden. Nun sitzen sie hier und warten auf eine zweite Chance und auf ein liebevolles neues endgültiges Zuhause.


Die Welpen von Mama Canossa haben sich zwischendurch mal ein Loch gebuddelt und sind zu Gierro rein. Der hat aber nur dumm geschaut, wer ihn da in seiner Mittagsruhe stört.

   

Einmal bat Kim mich, ihr zu helfen Rara einzufangen zwecks Impfung. Es ging eigentlich einfacher als ich es gedacht hatte bei dieser ängstlichen Hündin. Sie lief natürlich immer vor uns weg und da sie in einem großen Gehege lebte mit vielen Durchschlupfmöglichkeiten dauerte es ca. 5 Minuten. Die einzige Chance die wir hatten war, dass sie in die gemauerte Überdachung lief und dort wollte Kim sie sozusagen in die Ecke „ drängen “ und nur so könnte sie sie bekommen. Es klappte auch genauso. Sie konnte Rara dann ohne Probleme auf den Arm nehmen und gab sie mir zum Halten. Rara schnappte in keinster Weise aus Angst ( wie ich befürchtet hatte ). Sie machte sich nur „ stocksteif “ in meinem Arm und wünschte sich bestimmt sehnlichst, dass alles schnell überstanden ist. Sie braucht eine super sensible Familie, die viel Verständnis hat und ihr alle Zeit der Welt läßt um zutraulicher zu werden ( es kann ohne Probleme 1/2 Jahr, 1 Jahr oder auch länger nur mit langsamen Schritten vorangehen ).
 

   


Die heisse Schlacht am kalten Büffet !


Tagesration


Lulu und Fumeta beim Toben !


Luc bei seinen Lieblingsbeschäftigungen. In die Freiheit buddeln und Wasser treten.


Mir reichts.

So sieht meine Freude aus.
                                Der Vermittlung nicht gerade hilfreich ! :-)

 
Ich habe Dich gern!


Max, ein verschmuster Freigänger Kater verlor sein Zuhause (es wird abgerissen). Er ist sehr unglücklich hier und sucht eine neue Wirkungsstätte.

   

In den nächsten Tagen soll es kälter werden, regnen und evtl. sogar schneien. So habe ich doch zum Glück einen positiven Zeitpunkt des spanischen Winters erlebt. In Kälte und Nässe den ganzen Tag draußen zu arbeiten ist sehr unangenehm und auch mit den Tiere habe ich großes Mitleid bei dem Wetter.

 

Wenn Sie der Tierschutzorganisation APAP Tossa helfen möchten mit z.B. Übernahme einer Patenschaft für die Hunde oder einer Geldspende würden sich alle Menschen und Tiere sehr darüber freuen.

Vielen herzlichen Dank
Ihre Daniela Oenning