|
Unser "Urlaub" im schönen Tossa de Mar So, nun war es endlich soweit! Wir hatten voller langer Vorfreude
endlich den 5. Juni erreicht und saßen im Flieger nach Barcelona. Wir, das
sind Steffi und ich (Nicolé). Wir hatten uns im letzten Jahr schon dazu
entschlossen, im Sommer 2006 gemeinsam nach Spanien zu fliegen und in einem
Tierheim zu helfen. Steffi hatte damit schon Erfahrung, ich dagegen war ein
kompletter Neuling, was Tierheime überhaupt anging. Nach einigem surfen im
Internet, fand Steffi diese Homepage hier, die uns beiden auf Anhieb sehr
gut gefiel. So nahm ich per Mail Kontakt zu Daniela auf, um sie vorzuwarnen
über das, was wir vorhatten und Steffi telefonierte dann am nächsten Tag mit
Ihr. Die beiden waren sich auf Anhieb symphatisch und Daniela versprach, in
Spanien mal nachzuhaken, ob sie dort Hilfe gebrauchen könnten. Dann
brauchten wir uns eigentlich um nichts mehr zu kümmern.
Mitchel holte uns am nächsten Morgen nach dem Frühstück um 9 Uhr am
Hotel ab, um uns den Weg zum Tierheim zu zeigen. Zu Fuß ungefähr ein
Viertelstunde, war es jeden Abend und jeden Morgen ein schöner kleiner
Spaziergang. Im Tierheim angekommen begrüßten uns als allererstes drei der
freilaufenden Hunde im Gelände.
Unsere ersten Tätigkeiten bestanden darin, Hunde zu baden, was eine
sehr feucht-fröhliche Aufgabe war. Angefangen mit Eva, auch eine auf dem
Gelände freilaufende Hündin, standen wir vor der Aufgabe, Baden, Kämmen,
Zotteln wegschneiden und natürlich das allseits beliebte geschäft, Zecken
entfernen.
Zecken sind dort wirklich eine Plage! Ich weiß nicht, wieviel hundert
Zecken wir in dieser Woche entfernt haben. Angefangen noch mit einer
Zeckenzange, merkte ich, dass man damit nicht besonders weit kam. Also, Ekel
überwunden, und weitergemacht mit den Fingern. Nach zehn Zecken war der Ekel
komplett vorbei. So nahmen wir uns einen freilaufenden Hund nach dem anderen
vor, zuerst die kleinen, dann die größere Blue und zum Schluss die größte,
nämlich Honey. Blue ist eine sehr liebe, taube Hündin mit einem braunen und
einem blauen Auge. Daher auch ihr Name. So arbeiteten wir uns durch, gaben
nach der Fellpflege einem jeden Hund noch sein Tablettchen zur Entwurmung
und entließen sie wieder. Die Hundepflege führten wir am nächsten Tag dann
genauso weiter, allerdings mit den Hunden aus den Zwingern. Die Zwinger zu
betreten war für mich auch eine ganz tolle Erfahrung. Teilweise etwas
ängstliche Hunde, versuchte man doch sie zu sich zu locken. Manchmal
funktionierte das auch, wenn man ein wenig Geduld mitbrachte. Teilweise
musste uns Kim Hunde aus den Zwingern holen, damit wir sie baden konnten,
weil sie nur ihr vertrauten. Das Baden war dann allerdings kein Problem ohne
Kim. Das erstaunliche ist, dass fast alle Hunde so verträglich sind und
keineswegs böse zu den Menschen. Sie freuen sich über kleine
Streicheleinheiten oder kleine Spiele mit dem Ball. Schade ist nur, dass man
bei 100 Hunden einfach keine Zeit hat, sich mit Ihnen ausgiebig zu befassen. Aber trotzdem fanden Steffi und ich schnell unsere Lieblinge, die wir
auch sehr ins Herz schlossen. Steffis Lieblinge waren Rambo, dieser
wahnsinnig bullige Kerl, den man auch auf der Homepage hier bewundern kann.
Das war Steffis erster Hund, zu dem sie in den Zwinger ging. Oh gott, ich
wäre da niemals einfach so und ganz alleine rein gegangen. Aber dieser
schwere, nicht wirklich schmusig aussehende Hund, tobte mit Steffi als sei
es noch ein kleiner Welpe. Es machte Spaß den beiden beim Ballspielen
zuzusehen. Ja, und dann waren da noch die Welpen! Steffi fand Ihre schon
etwas ältere Hündin von zuhause, in einem der kleinen Welpen wieder und
verguckte sich natürlich gleich in sie. So war auch der Name des Welpen
schnell gefunden: Ich dagegen fand meinen Liebling in einem Jagdhund wieder. Ein kleiner, körperlich total unförmiger, weißer, süßer Hund mit furchtbar langen Ohren, die ständig im Dreck hingen und deshalb auch immer schmutzig waren. Er hatte grüne Augen und einen Blick zum Herzerweichen! Diese beiden Hunde meldeten sich mit der Zeit auch sehr energisch, wenn wir uns nicht wenigstens einmal am Tag um sie kümmerten, oder wehe wir nahmen einen der anderen Welpen auf den Arm. Und dann, an einem der folgenden Tage hieß es, wir gehen in die Tötung
und holen Hunde und Katzen raus! Schluck! Ich war mir nicht wirklich sicher,
ob ich da hinein wollte. Steffi dagegen hatte zuvor schon gefragt, ob sie
sich das mal anschauen könnte. Aber ich nahm meinen Mut zusammen und ging
mit. Es war auch eine Erfahrung die man machen muss. Und ich denke, es gibt
wesentlich schlimmere staatlich geförderte Tierheim (Tötungsstationen) als
es diese war. Natürlich werden sie dort auch nach einiger Zeit getötet und
sie haben keine großen und bequemen Zwinger mit Auslauf. Aber ich glaube,
die Leute dort versuchen schon auch möglichst die Hunde dort rauszubekommen,
bevor sie tatsächlich eingeschläfert werden müssen. Ja, und da holten wir
dann meinen Traumhund raus! Ich nannte sie “Mama Sita³, da sie fünf süße
kleine Welpen hatte.
Ich besuchte sie von da an täglich, streichelte sie, redete mit ihr, fütterte ihre Welpen, spielte mit den kleinen und sie fand ziemlich schnell vertrauen zu mir. Ich hoffe, dass sie ein schönes Zuhause mit einfühlsamen Menschen findet, da sie doch ein ziemlich ängstlicher Hund ist. Zwei Tage später gingen wir nochmal in die Tötung um wieder ein paar Hunde und Katzen dort rauszuholen, die wir in den Zwingern im Tierheim verteilten. Da diese lieb waren, konnten wir sie auch bei anderen Hunden in Rudelhaltung unterbringen. Leider wurde dort einen Tag später einer der Neulinge von den anderen verbissen und untergebuttert, so das wir diesen in einem anderen, kleineren Zwinger unterbringen mussten. So vergingen die Tage und es machte irrsinnigen Spaß mit den vielen Tieren. Samstag kam Daniela im Tierheim an. Wir lernten sie endlich persönlich
kennen und verstanden uns auch auf Anhieb sehr gut. Wir erzählten von dem
bisher erlebten und freuten uns auf den nächsten Tag, an dem wir dann
gemeinsam mit Mitchel und Isabell in eine andere Protectora fuhren, die ca.
1,5 Std. entfernt war, um von dort auch ein paar Hunde zu uns zu holen. Diese Protectora wurde von ein paar älteren, unheimlich freundlichen Damen, geführt. Das Problem ist nur, dass es dort auch häufige Überfüllungen gibt und sie versuchen müssen, die Hunde in anderen privaten Tierheimen unterzubringen, da sie sonst einschläfern müssten. Ich kann nur empfehlen, wer einen Hund möchte, schaut Euch bitte die Homepages von Ausländischen Hunden an. Es gibt die wunderschönsten Tiere dort. Viele Deutsche Schäferhund Mixe, sogar auch reinrassige, Husky Mixe, reinrassige Dalmatiner, man weiß gar nicht für welchen man sich entscheiden soll! Abends wurden wir dann von Isabell als Dankeschön für die Hilfe zum Essen in eine Pizzeria eingeladen am Strand von Tossa de Mar mit Blick auf die beleuchtete Burg. Eine traumhafte Kulisse bei Nacht! Montags war unser letzter Tag im Tierheim. Steffi machte noch auf die Schnelle einen ganzen Haufen Fotos zur Erinnerung und wir ließen diesen Tag relativ ruhig ausklingen. Der Tierarzt war nochmal da, um die “Neuen³ zu untersuchen und sich um die kranken zu kümmern. Und nachmittags gingen wir das erstemal an den Strand um dort für zwei Stunden die Sonne und das Meer zu genießen.
Der Dienstag war gekommen und Mitchel holte uns morgens nach dem Frühstück ab und brachte uns mit unserem Gepäck ins Tierheim. Dort verbrachten wir noch zwei Stunden mit unseren Lieblingen und verabschiedeten uns von allen. Irgendwie war es auch sehr traurig gehen zu müssen, da dort alles sehr familiär war und wir uns wirklich “aufgenommen³ fühlten. Mitchel war so lieb und fuhr uns mit dem Auto zum Flughafen nach Barcelona, was nicht selbstverständlich war, denn es waren auch mit dem Auto zwei Stunden fahrzeit. Wir waren sehr dankbar dafür!!! Am Flughafen nahmen wir dann den Hund in Empfang den ich als Flugpate begleitete und der in ein besseres Zuhause nach Deutschland durfte. Alles funktionierte bestens damit und ich kann auch nur jedem empfehlen, stellt Euch als Flugpate zur Verfügung, wenn Ihr irgendwo ins Ausland fliegt. Auf den Homepages die von Tierschützern erstellt werden, findet ihr normalerweise immer Infos darüber und wenn nicht, schreibt einfach eine Mail an die Kontaktpersonen, die können Euch darüber informieren. So endete nun unser Urlaub in Tossa. Ich kann nur sagen, es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, sowas zu erleben und wir werden es nächstes Jahr bestimmt auch wiederholen, sofern es möglich ist. Wir möchten uns noch bedanken. Bei Daniela für die Vermittlung um dort im Tierheim helfen zu können. Bei Isabell und Mitchel für die freundliche Aufnahme und die Fahrt nach Barcelona und bei Kim, die immer ein offenes Ohr für unsere Fragen hatte. Steffi und Nicolé
|